PV-Challenge – Auswertung der ersten 3 Monate

Die ersten Aktienkäufe für das „PV-Challenge“-Depot liegen nun bereits 3 Monate zurück. In dieser Zeit schien die Sonne fleißig weiter und die jeweiligen Investitionen lieferten ihre Erträge. Zeit für ein erstes Resümee – Zeit für die Auswertung der ersten 3 Monate der PV-Challenge. Falls du wissen möchtest, was es mit der PV-Challenge konkret auf sich hat, empfehle ich den Basisbeitrag unter Die PV-Challenge – Photovoltaik-Anlage vs. Anlage in Qualitätsaktien und die bisher unter der Rubrik Die PV-Challenge erschienen Artikel zum Thema.

Im Laufe des Beitrages werde ich auf den erzeugten Solarstrom eingehen, welchen mein Nachbar Martin in den zurückliegenden 3 Monaten mit seiner 4,34 kWp Photovoltaik-Anlage (kurz PV-Anlage) gewonnen hat und diesen entsprechend der eigenen Vorgaben monetär bewerten. In der Zwischenzeit ist zudem ein neuer Monitoringbericht der Bundesnetzagentur und des Bundeskartellamtes erschienen, in welchem u.a. erneut auf die Entwicklung der Elektrizitätspreise für Haushaltskunden in Deutschland eingegangen wird, sodass ich die €-Bewertung des erzeugten Solarstroms objektiv und verhältnismäßig aktuell durchführen kann. Weiterhin zeige ich auf, welche Dividendenerträge meine bisherigen Investments im PV-Challenge-Depot erzielen konnten und wie sich deren Buchwerte entwickelt haben.

Energetischer und monetärer Ertrag der PV-Anlage

Die folgende Abbildung zeigt die Menge an Solarstrom, welche Martin in den zurückliegenden 3 Monaten, d.h. vom 01. Oktober bis 31. Dezember 2019, mit seiner PV-Anlage erzeugen konnte.

Erzeugter Solarstrom, 4. Quartal 2019
Erzeugter Solarstrom im 4. Quartal 2019

Wie zu sehen ist, nimmt die erzeugte Solarstrommenge von Monat zu Monat deutlich ab, was nicht zuletzt an der aktuellen Jahreszeit und der in der zweiten Jahreshälfte tendenziell abnehmenden Menge an Solarenergie, welche auf die Solarmodule der Anlage trifft, liegt. Dennoch erzeugte die PV-Anlage in den betrachteten 3 Monaten in Summe 368 kWh Solarstrom. Dank des in die PV-Anlage integrierten 7 kWh Speichers konnte die gesamte Solarstrommenge vollständig eigenverbraucht werden (Eigenverbrauchsquote = 100 %), was wirtschaftlich meiner Meinung nach deutlich sinnvoller ist.

Für die monetäre Bewertung des erzeugten und zu 100 % eigenverbrauchten Solarstroms verwende ich den aktuellen durchschnittlichen Strompreis für Haushaltskunden, den die Bundesnetzagentur gemeinsam mit dem Bundeskartellamt im Rahmen ihres Monitoringberichts 2019, Stand 27. November 2019, veröffentlicht hat. Dieser liegt bei 30,85 ct/kWh und ist im Vergleich zum Vorjahrespreis um 3,25 % gestiegen, wie der folgenden Abbildung entnommen werden kann.

Entwicklung Strompreis für Haushaltskunden aus Monitoringbericht 2019 - Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt
Elektrizitätspreise für Haushaltskunden, Quelle: Monitoringbericht 2019 der Bundesnetzagentur und des Bundeskartellamts

Somit ergibt sich ein Gesamtertrag der PV-Anlage für das 4. Quartal 2019 in Höhe von 112,78 € bzw. eine Verteilung der Erträge auf die einzelnen Monate nach folgender Abbildung.

Gesamtertrag Photovoltaik-Anlage
Gesamtertrag durch 100 % Eigenverbrauchsquote im 4. Quartal 2019

In Verbindung mit den Gesamtinvestitionskosten für die PV-Anlage (hier im Detail dargestellt) in Höhe von ~ 10.400 € hat sich die Photovoltaik-Anlage somit bereits zu knapp 1,1 % amortisiert.

Erträge des PV-Challenge Depots

Entsprechend der Regeln der PV-Challenge habe ich pünktlich zum 01. Oktober 2019 die erste Rate von 2.500 € auf mein Depot-Verrechnungskonto überwiesen und in folgende 3 Aktien investiert:

  • 29x Royal Dutch Shell zu 26,66 €/Stück, zzgl. 6,83 € Orderkosten

Die Aktien liegen seit dem Kauf in meinem Direkt-Depot (*) bei der ING und haben im 4. Quartal 2019 einen (Netto-)Dividendenertrag in Höhe von 15,27 € erwirtschaftet. Dies entspricht einer annualisierten Dividendenrendite auf das investierte Kapital i.H.v. gut 2,5 %. Etwas enttäuschend stellen sich dagegen die Kurserträge bzw. -renditen der bisher gewählten Investments im betrachteten Zeitraum dar. So musste ich eine Reduzierung des Buchwertes von in Summe -5,47 € bzw. -0,23 % verbuchen. Einzeln aufgeschlüsselt erzielten die 3 Investments folgende Kurserträge bzw. -renditen (Schlusskurs per 30.12.2019 in Klammern):

  • Royal Dutch Shell: -12,92 € bzw. -1,66 % (26,45 €)

Im Vergleich mit dem als Benchmark ausgewählten MSCI World ETF von iShares (ISIN IE00B4L5Y983) stellt sich die Kursperformance wie folgt dar:

Kursverläufe von Church & Dwight, Johnson & Johnson sowie Royal Dutch Shell im Vergleich zum iShares Core MSCI World UCITS ETF im 4. Quartal 2019, Quelle: ariva.de

Lassen mich die durchwachsenen Kurserträge bzw. -renditen nun an meiner bisherigen Auswahl zweifeln? Grundsätzlich nicht. Schließlich handelt es sich dabei bisher lediglich um Änderungen des Buchwertes, welche erst dann reale Gewinne bzw. Verluste werden, wenn die jeweiligen Positionen verkauft werden. Und das habe ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt ganz und gar nicht vor. Allerdings hätten zum jetzigen Zeitpunkt andere Kandidaten, welche ich als Ankerinvestments für das „PV-Challenge“-Depot sehe, deutlich höhere Buchgewinne gebracht, z.B. Microsoft +12,4 %, Disney +9,4 % oder VISA +6,5 %.

Der Gesamtertrag bzw. die Gesamtrendite, d.h. die Summe aus Dividendenerträgen und Kursänderungen, werden Stand 31.12.2019 schließlich in folgender Abbildung dargestellt:

Übersicht PV-Challenge-Depot per 31.12.2019
PV-Challenge-Depot per 31.12.2019

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Martin mit seiner 4,34 kWp PV-Anlage im 4. Quartal 2019 insgesamt 368 kWh Solarstrom erzeugt hat, was entsprechend der Bewertung mit 30,85 ct/kWh einen Ertrag von 112,78 € entspricht.

Gleichzeitig haben meine gegenwärtigen Investments einen Gesamtertrag i.H.v. 9,79 € geliefert, was zugegebenermaßen ein recht maues Ergebnis ist. 🙁 Aber was bedeuten an der Börse schon kurzzeitige Buchwertgewinne bzw. -verluste von +/- 10 %. Langfristig bin ich dennoch von den gewählten Unternehmen mehr als überzeugt und blicke daher optimistisch nach vorn. Denn schließlich steht die zweite Investitionstranche für das „PV-Challenge“-Depot schon unmittelbar bevor. Darüber berichte ich im nächsten Beitrag zur PV-Challenge, welcher in den kommenden Tagen erscheint.

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Viele Grüße,
Whirlwind.

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Transparenzhinweis: Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrages bin ich in Aktie von Johnson & Johnson, Church & Dwight und Royal Dutch Shell investiert.

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6 Kommentare

  • Avatar Ingmar

    Das ist eine sehr interessante Challenge, die Ergebnisse werden super aufbereitet. Insgesamt lese ich Deinen Blog sehr gerne!

    Eventuell habe ich es überlesen oder Ihr rechnet es anders mit ein. Eine weitere Sache die Beachtung erfahren sollte ist die „Abschreibung“ der PV-Module. Während du Deine angelegten 10.400€ ja aller Voraussicht nach erhälst, die wertlose Ausbuchung erscheint bei den bisher ausgewählten 3 Unternehmen ja gerade recht unwahrscheinlich, erfahren die PV-Module mit der Zeit einen Wertverlust. In einer Grafik habe ich hier eine ca. Lebensdauer von 20-25 Jahren gesehen. Auf eine veranschlagte Lebensdauer von 20 Jahren gesehen gehen, linear abgeschrieben, 520,-€ „vom Hof“ und müssten ja eigentlich mit dem „Gewinn“ verrechnet werden. Nach 20 Jahren sind die Module dann wertlos, bei Defekt eben früher und müssten ja auch ersetzt werden. Deine 10.400,-€ sind aber wahrscheinlich nicht wertlos und sollten doch alle Unternehmen wertlos werden, dann haben wir hier ganz andere Probleme. 😉

    Mal davon abgesehen, dass man mich bisher nicht des sparens wegen von einer solchen PV-Anlage überzeugen konnte, könnte ich mir die Sache für einen gewissen Vorteil im Falle eines großflächigen und langanhaltenden Stromausfalles vorstellen – im Winter wäre aber auch dieser eher für den Popo.

    Ich freue mich schon auf das nächste Update.

    • Hallo Ingmar,

      vielen Dank für deinen Kommentar, das Lob und die lieben Worte im Allgemeinen. 🙂
      Wie ich sehe, hast du auch meine neue Kommentarbenachrichtigungsfunktion genutzt. Ich hoffe, das Plug-In funktioniert wie gewünscht und der zusätzliche kostenlose Service gefällt dir. Ich freue mich über jedes Feedback aus Lesersicht zur neuen Funktion. 🙂

      Nun zu deiner eigentlichen Frage:
      Das Thema der Abschreibung der PV-Anlage habe ich ganz kurz im Beitrag Vergleich des Nutzens der Photovoltaik-Anlage mit dem Aktieninvestment angerissen. Je mehr man sich allg. mit PV-Anlagen beschäftigt, umso komplexer wird die ganze Situation. Teilweise geht es ja so weit, dass man für die PV-Anlage ein Gewerbe anmelden muss. Dann stellt sich aber wiederum die Frage, ob man die Abschreibung nicht auch gewinnmindernd bei der Steuerfestsetzung angeben kann bzw. sollte. Des Weiteren könnten die erzielten Erträge bzw. Einsparungen durch die PV-Anlage gleichfalls angelegt werden, konsequenterweise in neue PV-Module oder alternativ in diverse andere Anlagen bzw. Investments -> Stichwort „Zinseszins“. Gleichfalls müsste ich die Erträge durch die Aktieninvestments erneut im PV-Challenge Depot anlegen, was jedoch auf Grund der geringen Höhe der anfänglichen Dividendenzahlungen (ich rechne mit einer DivR i.H.v. 2 bis 2,5 % bzw. bei 10.400 € Investvolumen entsprechend 200 bis 260 €) hinsichtlich der Orderkosten vergleichsweise unwirtschaftlich ist.
      Im Endeffekt haben wir uns dann entschieden, dass wir uns erst einmal nur auf die reinen Erträge bzw. Einsparungen konzentrieren und lediglich die weiteren laufenden Kosten der PV-Anlage auf die Erträge anrechnen. Evtl. tragen wir in einigen Jahren mal weitere Informationen und Erkenntnisse rund um die laufenden Kosten und die Fallstricke bei PV-Anlagen zusammen. So bleiben auf jeden Fall weitere Themen für zusätzlichen Content zur Challenge. 😉

      So, mache mich nun an die Vollendung des Beitrages zur zweiten Investmenttranche, welche erneut 3 Positionen ins PV-Challenge Depot gespült hat. 🙂

      Wünsche ein erholsames Wochenende,
      Whirlwind.

  • Pingback: Die zweite Investmenttranche für das PV-Challenge Depot | Whirlwind-Investing

  • Avatar Ingmar

    Hallo Daniel,

    die Kommentarbenachrichtigung finde ich sehr wichtig sofern es hier auch eine Unterhaltung geben soll. Dieser Artikel ist für mich ja „abgearbeitet“ und dann schaue ich nicht unbedingt regelmäßig ob vielleicht jemand geantwortet hat. Wird bei mehreren Kommentaren auch leicht unrealistisch. Die Benachrichtigung kam ja anscheinend auch an. 😉

    Tja mit Brille hätte ich den Hinweis auf „Variante 2“ wohl auch gefunden, danke für den Schubs (Link).
    Mit den vereinbarten Regeln ist sicherlich ein guter Vergleich der beiden Investitionen möglich, den auch die meisten Laien und Nichtgewerbetreibenden nachvollziehen können. Abstriche bei den Vorteilen der jeweiligen Investition gibt damit auf beiden Seiten.

    Ich bleibe interessiert und wünsche natürlich auch noch ein schönes Wochenende.

    • Hallo Ingmar,

      ja, angeregte Diskussionen zu den diversen Beiträgen und Analysen sind tatsächlich mein Wunsch. Idealerweise dient der eigentliche Beitrag irgendwann nur noch als „Appetizer“
      Aber alles Stück für Stück. Erst einmal wird weiterhin Woche für Woche der Content und damit hoffentlich auch der Mehrwert des Blogs erhöht. 🙂

      Viele Grüße,
      Whirlwind.

  • Pingback: PV-Challenge - Licht und Schatten im ersten Quartal 2020 | Whirlwind-Investing

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