McCormick & Company – Analyse vom 31.01.2020

In dieser aromatischen Analyse schaue ich mir den Gewürzhersteller McCormick & Company – Ticker MKC – auf Basis meiner kennzahlenbasierten Bewertungssystematik genauer an. In diesem Beitrag gehe ich dabei wie gewohnt ausführlich auf das Unternehmen, seine Geschäftsbereiche und wesentlichen Kennzahlen ein. Anhand von ausgewählten Fundamentaldaten wird dabei weiterhin die finanzielle Stabilität, die Profitabilität und das Wachstum näher betrachtet und bewertet. Zur Beurteilung des Risikos schaue ich schließlich, wie sich das Unternehmen in der letzten Krise geschlagen hat und welche Drawdowns für die Aktie üblich sind? Zum Schluss erfolgt eine Einschätzung der aktuellen Bewertung, verglichen mit der historischen Bewertung auf Basis des KGVs und der Dividendenrendite.

Allgemeines zur Aktie und zum Unternehmen

In seiner 130-jährigen Geschichte hat sich McCormick & Company zu einem weltweit führenden Hersteller, Vermarkter und Vertreiber von Gewürzen, Gewürzmischungen, Kräutern und anderen Aromastoffen entwickelt. Dabei ist das Unternehmen in 150 Ländern und Gebieten tätig. Die beiden Geschäftsbereiche Consumer Segment und Flavor Solutions Segment haben zuletzt einen Jahresumsatz von 5,347 Mrd. USD erwirtschaftet. Zu den Kunden von McCormick zählen Schnellrestaurants, Lebensmitteleinzahlhändler und andere Hersteller verpackter Lebensmittel.

Die Aktie von McCormick wird unter der internationalen Wertpapierkennnummer (ISIN) US5797802064 und der Wertpapierkennnummer (WKN) 858250 geführt, nach dem Global Industry Classification Standard dem Basiskonsumgütersektor zugeordnet und im amerikanischen S&P 500 Index gelistet.

Aktien-Dashboard und Qualitätsfaktoren

Das Geschäftsjahr von McCormick beginnt am 01. Dezember und endet am 30. November. Unter Berücksichtigung des abgeschlossenen Fiskaljahrs 2019 ergibt sich mit Stand 31.01.2020 folgendes Dashboard für die Aktie:

McCormick & Company – Whirlwind-Investing Analyse, Stand 31.01.2020

Hinweis zur Kennzahl Gewinn je Aktie des Fiskaljahres 2018: Zum vollendeten Fiskaljahr 2018 wurde ein Netto-Gewinn i.H.v. 933,4 Mio. USD berichtet. Darin enthalten ist ein positiver Sondereffekt durch die U.S. Steuerreform i.H.v. 301,5 Mio. USD. Der um diesen einmaligen Benefit bereinigte Netto-Gewinn beträgt 631,9 Mio. USD. Weiterhin waren zum Bilanzstichtag 131,5 Mio. Aktien (unverwässert) im Umlauf. Daraus ergibt sich ein um den Sondereffekt in Folge der U.S. Steuerreform bereinigter Gewinn je Aktie i.H.v. 4,81 USD, welchen ich für meine Betrachtung verwendet habe. Weitere Details dazu können hier dem Form 8-K Report vom 24. Januar 2019 entnommen werden.

Bei der Betrachtung der Kapitalstruktur des Gewürzproduzenten fällt zuerst das schlagartig gestiegene Fremdkapital und damit verbunden das rapide Abfallen der Eigenkapitalquote im Laufe des Geschäftsjahres 2017 auf. Diese Auffälligkeit resultiert daraus, dass McCormick im August 2017 RB Foods, die Food-Sparte von Reckitt Benckister, mit den Marken Frank’s RedHot und French’s für 4,21 Mrd. USD übernommen hat. Hierdurch lässt sich die verhältnismäßig geringe, über 3 Jahre gemittelte, Eigenkapitalquote von knapp 30 % und die vergleichsweise lange Schuldentilgungsdauer (ohne Berücksichtigung der flüssigen Mittel) von 7,3 Jahren erklären. Die über 3 Jahre gemittelte Eigenkapitalrendite beträgt 22,8 % und zeugt, gemeinsam mit der operative Gewinnmarge von zuletzt 17,9 %, von einer soliden Rentabilität.

Das Umsatzwachstum beträgt über 5 und 10 Jahre etwa 5 % p.a. und die operativen Gewinne (EBIT) wachsen je nach Betrachtungszeitraum sogar zwischen 7 % und 9 % pro Jahr. Allerdings hat das Unternehmen im Rahmen der Veröffentlichung der Geschäftszahlen für das 4. Quartal 2019 einen eher verhaltenen Ausblick für 2020 herausgegeben, wie der folgende Ausschnitt aus dem Form 8-K Report vom 28. Januar 2020 zeigt.

Ausblick auf das Fiskaljahr 2020, Quelle: McCormick & Company, Form 8-K Report

So wird für das Fiskaljahr 2020 lediglich ein organisches Umsatzwachstum i.H.v. 2 % bis 4 % und ein EBIT-Wachstum von 2 % erwartet.

Aktuell zahlt McCormick eine Quartalsdividende i.H.v. von 0,62 USD, was beim aktuellen Preis der Aktie von etwa 165 USD einer annualisierten Dividendenrendite von 1,5 % entspricht. Das jährliche Dividendenwachstum (CAGR) über 5 Jahre beträgt 9 % p.a. und die über 3 Jahre gemittelte Ausschüttungsquote liegt bei etwa 45 % des Netto-Gewinns.

Performance im Vergleich

An dieser Stelle folgt ein Blick auf die Performance der letzten Jahre. Die Total-Return-Rendite über die letzten 5 Jahre, d.h. Kauf der Aktie von McCormick & Company zum mittleren Kurs des Fiskaljahres 2014 und Verkauf zum mittleren Kurs des Fiskaljahres 2019, beträgt inkl. der gezahlten Dividenden durchschnittlich 18,54 % pro Jahr. Mit dieser Performance lief die Aktie von McCormick in den letzten 5 Jahren besser, als der breite S&P 500 Kurs-Index, wie der folgende Chart-Vergleich zeigt.

5-Jahres Kursverlauf – McCormick & Co. verglichen mit dem S&P 500 Kurs-Index, Stand 31.01.2020, Quelle: ariva.de

Risiko: Ergebnisse in der letzten Krise

Allgemeinhin wird an der Börse zur Quantifizierung des Risikos die Volatilität verwendet. Dabei zeigt die Volatilität die Schwankungsintensität des Preises einer Aktie innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Je höher die Volatilität eines Wertpapiers, umso stärker schlägt der Kurs nach oben und unten aus und desto riskanter ist eine Investition in selbiges.

Langfristig orientierten Investoren kann die Schwankung des Preises jedoch im Grunde genommen weitestgehend egal sein, da der Preis letztlich nur beim Kauf, beim Nachkauf oder beim Verkauf eine Rolle spielt. Das Hauptrisiko für einen Langfristanleger ist meiner Meinung nach dagegen, dass das Unternehmen auf Grund einer langanhaltenden fundamentalen Schwäche irgendwann in ernste Zahlungsschwierigkeiten gerät und infolgedessen Insolvenz anmelden muss. Daher schaue ich mir zur Beurteilung des Risikos hier noch einmal gezielt die fundamentalen Daten, besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, an. Dabei konzentriere ich mich vor allem auf die Kennzahl des operativen Gewinns (EBIT). Wesentliche Fragen sind für mich an dieser Stelle:

  • Musste das Unternehmen in der letzten Krise einen Verlust ausweisen (EBIT < 0)?
  • Betrug der Gewinnrückgang in den Jahren der Krise > 50 %?
  • Wie viele Jahre dauerte es nach einem signifikanten Gewinnrückgang, bis der operative Gewinn wieder auf Vorkrisenniveau oder darüber lag?

Für den gesamten Zeitraum meiner Betrachtung, d.h. seit dem Geschäftsjahr 2006 hat McCormick stets positive operative Gewinne (EBIT) ausgewiesen. Selbst in der Zeit der Weltfinanzkrise 2008/2009 konnte der operative Gewinn gesteigert werden (genauso wie Umsatz und Netto-Gewinn). Ohnehin gibt es im Betrachtungszeitraum kein einziges Geschäftsjahr, an dem der operative Gewinn um mehr als 10 % nachgegeben hat. In dieser Hinsicht erinnert mich McCormick an ein anderes Qualitätsunternehmen, welches ich hier auf dem Blog kürzlich im Rahmen einer kennzahlenbasierten Analyse vorgestellt haben – die Stryker Corporation.

Schließlich werfe ich nun noch einen Blick auf die Drawdowns der Aktie. Als Drawdown bezeichnet man den Abstand des Kurses vom jeweils letzten Hoch. Hierfür bietet sich eine Angabe in Prozent an. Diese Betrachtung vermittelt einen Eindruck, welche Buchwertverluste Investoren in der Vergangenheit hinnehmen mussten, worauf man sich unter Umständen in Zukunft einstellen sollte und ob es womöglich Muster im Kurs gibt, die unter Umständen typisch für die jeweilige Aktie sind. Die Drawdowns der Aktie von McCormick werden im folgenden Diagramm dargestellt.

Drawdown-Chart Whirlwind-Investing
Drawdown-Chart – McCormick & Co., Stand 31.01.2020

Wie im Drawdown-Chart zu erkennen ist, gab der Kurs von McCormick im Zuge der Weltfinanzkrise 2008/2009 um gut 30 % nach. Ein beachtlicher Rückgang, wenn man sich die eben aufgezeigte Umsatz- und Gewinnentwicklung in dieser Zeit vor Augen führt. Weiterhin zeigt der Drawdown-Chart, dass die Aktie trotz regelmäßiger neuer Hochs dennoch ab und an zu „Angebots-Preisen“ mit Rabatten von etwa 15 % zu haben ist. 😉

Aktuelle Bewertung in Relation zur historischen Bewertung

Zum Schluss werfe ich an dieser Stelle gern bekanntermaßen einen Blick auf die aktuelle Bewertung der Aktie. Weiterhin vergleiche ich diese mit der eigenen historischen Bewertung auf Basis des Kurs-Gewinn-Verhältnisses und der Dividendenrendite.

Im Durchschnitt der letzten 5 Jahre wurde McCormick & Company mit einem KGV von etwa 26 bewertet. In Anbetracht der vom Management veröffentlichten, aber zurückhaltenden Wachstumsprognose für das kommende Jahr, gehe ich von einem erwarteten 2020er Gewinn je Aktie i.H.v. 5,35 USD aus. Basierend auf dem aktuellen Preis der Aktie von ca. 165 USD ergibt dies ein KGV20(e) von knapp 31. Auf KGV-Basis liegt damit die aktuelle Bewertung knapp 20 % über dem historischen Durchschnitt. Dies spricht für eine deutliche Überbewertung der Aktie von McCormick.

Diese Annahme wird auch vom KGV-Chart bestätigt, welcher das zunehmend steigende Bewertungsniveau der Aktie in Relation zum Gewinn zeigt.

KGV-Chart Whirlwind-Investing
KGV-Chart – McCormick & Co., Stand 31.01.2020

Mit Blick auf die historische Dividendenrendite zeigt sich, dass McCormick-Aktionäre über 5 Jahre eine durchschnittliche Dividendenrendite i.H.v. 1,8 % erhalten haben. Auf Basis der aktuellen Quartalsdividende i.H.v. 0,62 USD/Aktie führt dies unter Berücksichtigung des aktuellen Preises jedoch lediglich zu einer annualisierten 2020er Dividendenrendite von 1,5 %. Damit liegt die aktuelle Dividendenrendite deutlich unter der historischen Dividendenrendite, was erneut die vergleichsweise hohe Bewertung der Aktie unterstreicht.

In Analogie zum KGV-Chart zeigt der DivR-Chart ebenfalls das gestiegene Bewertungsniveau der Aktie, ausgedrückt durch eine stetig geringer ausfallende Dividendenrendite.

DivR-Chart – McCormick & Co., Stand 31.01.2020

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Zusammenfassung

Der Gewürz- und Aromastoffeproduzent McCormick & Company punktet mit soliden und kontinuierlich steigenden Umsätzen und Gewinnen im mittleren bis oberen einstelligen Bereich – selbst in der Zeit der Weltwirtschaftskrise 2008/2009.

Weiterhin verfügt das Unternehmen, mit einer über 3 Jahre gemittelten Eigenkapitalquote von knapp 30 %, über eine solide finanzielle Basis, wenn auch die Schuldentilgungsdauer mit etwa 7,3 Jahren, hauptsächlich ausgelöst durch die Übernahme von RB Foods im Jahr 2017, vergleichsweise lang ist.

Schließlich zeugt auch die über 3 Jahre gemittelte Eigenkapitalrendite von knapp 23 % davon, dass es sich bei McCormick um ein Qualitätsunternehmen handelt.

Hinsichtlich der Bewertung der Aktie von McCormick & Company ist dagegen zu sagen, dass das KGV auf Basis des aktuellen Preises und der prognostizierten 2020er Gewinne deutlich oberhalb des historischen KGVs liegt, was auf eine Überbewertung der Aktie hindeutet. Gleichzeitig liegt die aktuelle Dividendenrendite deutlich unterhalb der historischen Dividendenrendite. Weiterhin kann die aktuelle Bewertung auch als ambitioniert in Verbindung mit der vom Management kommunizierten, geringen Wachstumsrate i.H.v. 2-4 % für das laufende Fiskaljahr 2020 bezeichnet werden.

Zum Schluss habe ich mir noch den aktuellen Free Cash Flow angesehen und basierend auf der aktuellen Marktkapitalisierung die „Free Cash Flow“-Rendite errechnet. Laut Morningstar betrug der Free Cash Flow in den letzten zwölf Monaten (TTM) 0,77 Mrd. USD. Die aktuelle Marktkapitalisierung beträgt dagegen etwa 21,7 Mrd. USD. Daraus ergibt sich eine FCF-Rendite von 3,5 %.

Grundsätzlich gefällt mir die vorgestellte McCormick & Company als potenzielles Qualitätsunternehmen sehr gut. Daher würde ich diese mittelfristig gern ins Depot aufnehmen. Bis es soweit ist, sollte sich jedoch entweder die Bewertung zumindest wieder dem historischen Niveau annähern oder die Wachstumsprognosen sich deutlich erhöhen. Auf dem aktuellen Bewertungsniveau drängt sich ein Investment meiner Meinung nach momentan dagegen nicht auf.

Was haltet ihr von McCormick als mögliches Investment? Seid ihr bereits investiert und habt damit vom gestiegenen Bewertungsniveau der jüngeren Vergangenheit profitiert? Oder habt ihr das Unternehmen zumindest auf eurer Watchlist? Wie bewertet ihr das Unternehmen aus Qualitätskriterien und wie schätzt ihr die aktuelle Bewertung ein? Lasst dazu gern einen Kommentar da. 🙂

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Viele Grüße,
Whirlwind.

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